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Das Projekt Mehrgenerationenhaus wird voraussichtlich unter neuer Trägerschaft und an einem anderen Ort fortgeführt.

Nachrichten

Erste Hilfe Fahrrad-Schnellkurs für Asylbewerber

Ein durchschlagender Erfolg - weitere Kurse gefragt – Ein erstmals vom Helferkreis Asyl Bad Königshofen angebotener Kurs zum Thema "Das sichere Fahrrad" und "Sicher im Straßenverkehr", stellte sich als durchschlagender Erfolg heraus. Sowohl Kinder als auch Erwachsene nahmen das Angebot an. Mit Unterstützung des Mehrgenerationenhaus St. Michael in Bad Königshofen war dies am und auf dem Sportgelände möglich. Mit ihm Boot als "Experten, der ehemalige Kfz-Meister Adam Düchs, der früherer Polizeibeamte Hartmut Eppler, sowie Renate Herold und Bruno Waldsachs von der Bad Königshofener Grundschule.

Sie sind dort für die Verkehrserziehung mit verantwortliche und haben sich am Mittwochnachmittag in den "Dienst der guten Sache" gestellt.  Einige Monate hat es gedauert, bis es zu diesem Fahrrad-Informationskurs, speziell für Asylbewerber, kam. Die Verantwortlichen des Helferkreises hatten sich erst die Zustimmung der Polizei einholen müssen, dann mit Adam Düchs und Hartmut Eppler diejenigen gefunden, die sich im Bereich "Fahrrad" auskennen. Als dann noch Bruno Waldsachs, der am Landschutzheim in Rappershausen seit vielen Jahren den Bereich "Fahrradschulung" unterrichtet, sowie Renate Herold von der Grundschule Bad Königshofen dazu kamen, konnte der erste Kurs in Angriff genommen werden. Wird überhaupt jemand kommen?  Interessiert so etwas?  Wie ist das mit der Sprachbarriere? Fragen, die sich am Mittwochnachmittag schnell als problemlos herausstellten.

Vor allem die Kinder beherrschen nach mehr als einem Jahr in Deutschland die Sprache bereits perfekt und bei den Erwachsenen gab es auch kaum noch Sprachprobleme. Wenn ja war ein Dolmetscher vorhanden. Um die Sicherheit am Fahrrad ging es Hartmut Eppler zunächst. Er verwies auf die Lichtreflektoren, die früher in die Speichen eines Fahrrades geklemmt waren, heute haben die Räder selbst rundum Reflektoren. "Die sind sehr wichtig und müssen auch sein," sagte der ehemalige Polizeibeamte den interessiert zuhörenden Asylbewerbern. Er zeigte dabei auch auf die Reflektoren an den Pedalen und sagte, dass es wichtig sei, vor allem in den Abend- und Nachtstunden helle Kleidung, wenn möglich mit Leuchtstreifen zu tragen.

"Sicherheit" hatte Adam Düchs seinen Part überschrieben und betonte, dass dazu neben der Beleuchtung und Reflektoren auch die Klingel gehört. Gerade auf Fuß- und Radwegen seien viele Menschen unterwegs und das Fahrrad sei nun mal ein leises Fahrzeug. Ein Fahrrad muss zwingend zwei Bremsen haben. Dazu zählt zum einen die Rücktrittsbremse oder auch zwei Bremsmöglichkeiten, die über das Lenkrad zu bedienen sind. "Da müsst ihr darauf achten, dass die Bremsen auf jeden Fall funktionieren, dass ist lebenswichtig, sonst ist schnell etwas passiert!" Für Adam Düchs gibt es übrigens kein Fahrrad, das man nicht reparieren kann und ein Fahrrad ist für ihn auch ein Fitnessgerät. Drei bis viermal in der Woche mindestens eine halbe Stunde, wenn möglich länger fahren tut den Gelenken und der Gesundheit gut. Die Asylbewerber erfuhren, dass man mit dem Fahrrad fünfmal schneller als ein Fußgänger ist und wie man das Rad auch als Transportmittel nutzen kann.

Die Sattel- und Lenkradhöhe waren ein Thema und, dass jeder, wenn alles korrekt eingestellt ist, so richtig entspannt fahren kann, Hartmut Eppler befasste sich noch mit den Verkehrszeichen und mit dem Verhalten im Straßenverkehr. Eine Broschüre des Bayerischen Staatsministerium des Innern in den entsprechenden Sprachen hatte er dazu dabei. Um das richtige Einordnen an Ampeln, das Gesehenwerden vom Autofahrer ging es und um das Handzeichen geben. "Schon 100 Meter bevor man abbiegt, sollte man anzeigen, in welche Richtung man fahren möchte," fügte Adam Düchs an. Natürlich gab es in der Broschüre auch Informationen zur Rücksichtnahme auf Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer.

Währenddessen lernten die Kinder, die zur Zeit die erste bis vierte Klasse besuchen,  mit Bruno Waldsachs das Fahrrad kennen und erfuhren, wie wichtig es ist, immer einen Helm zu tragen. Saffa, Yara oder Mohamed und Abduleise hörten gespannt zu und dann durften sie endlich los radeln. Da galt es einen perfekten Halbkreis zu fahren, über eine Brett zu balancieren oder auch beim Slalomfahren das Fahrrad zu beherrschen und nicht herunter zu fallen. Disziplin forderten Bruno Waldsachs und Renate Herold dann bei Übungen, wie einen "Achter fahren" oder richtig zu bremsen. Dazu gab es erst die Trockenübung: "Nehmt mal Euer Rad, schiebt es an und bremst dann plötzlich, was geschieht?" Bruno Waldsachs brauchte nicht lange auf die Antwort zu warten: Da geht es hinten hoch und wir fallen herunter." Also nie nur die Vorderbremse benutzen, sondern die am Hinterrad. Das wurde natürlich auch entsprechend geübt. Schwierig wurde es zum Abschluss, als es darum ging, einmal die linke und einmal die rechte Hand auszustrecken und dabei weiter zu fahren. Bruno Waldsachs sagte den Kindern aber auch, dass sie in Kurven immer beide Hände am Lenkrad haben müssen und ganz wichtig sei es, auf den Straßenverkehr zu achten.

Insgesamt eine nicht nur für die Asylbewerber sicher lehrreiche und interessante Stunde, sondern auch für die "Lehrenden". Die nämlich merkten recht schnell, dass die neuen Mitbürger sehr interessiert waren und immer wieder einmal nachfragten. Schnell wurde man sich einig, es nicht bei diesem einmaligen Kurs zu belassen, sondern weitere anzuschließen. So soll im Juni ein "Pannenkurs" folgen, bei dem gezeigt wird, wie man kleinere Reparaturen selbst am Fahrrad durchführen kann. "Das ist billiger als in eine Werkstatt zu gehen," sagten die Teilnehmer des Kurses. Bruno Waldsachs möchte im Laufe des Jahres dann, mit Hilfe der Verkehrssachbearbeiter bei der Polizei, einmal in den realen Verkehr einsteigen. Etwas das nach Meinung von Hartmut Eppler und Adam Düchs eine gute Idee ist. "Schön, dass ihr euch eine Stunde Zeit genommen habt," sagten Adam Düchs und Hartmut Eppler den Teilnehmern und auch die Kinder bekamen ein Dankeschön fürs Mitmachen und Mitüben.

Autor: Hanns Friedrich

 

Bildungshaus St. Michael 

Wallstraße 49
97361 Bad Königshofen

Telefon: +49 9761/9106-11
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