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Zu unserem Bedauern stellen wir zum Jahresende den Betrieb ein.

Buchung sind ab sofort nicht mehr möglich. Für weitere Fragen können Sie sich gerne an das Referat Tagungsbetriebe der Diözese Würzburg KdÖR wenden.

Das Projekt Mehrgenerationenhaus wird voraussichtlich unter neuer Trägerschaft und an einem anderen Ort fortgeführt.

Nachrichten

Schuld und Sühne in der Diskussion

Klingt komisch, ist aber so... – "Warum machen Katholiken eine Kniebeuge, bevor sie in ihre Bank gehen.... warum schlagen sie sich dreimal an die Brust... und warum sagen sie immer wieder, dass sie schuldig sind? Fragen, die an einem Abend mit dem Thema "Klingt komisch..." im Mehrgenerationenhaus St. Michael in Bad Königshofen diskutiert wurden. Pastoralreferentin Regina Werner, die die geistliche Leitung im "Haus St. Michael", dem Familienbildungshaus der Diözese hat, befasste mich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter anderem mit diesen Fragen. Ihr Fazit am Ende: "In der Messe wird uns immer wieder gesagt, dass wir unwürdig sind, letztendlich aber doch würdig und bei Jesus willkommen sind."

An diesem Abend ging es ihr und auch der Leiterin des Diözesanbüro Bad Neustadt, Ilka Seichter,  darum, den Glauben zu verstehen, das Wissen zu vertiefen und letztendlich Glauben zu erleben. Regina Werner sagte eingangs, dass vieles vielleicht überholt scheint, was seit Jahrhunderten im Gottesdienst in den katholischen Kirchen heute noch Gültigkeit hat. Die Frage dürfe man sich durchaus stellen: Passt das noch in unsere Zeit, will ich das überhaupt? Bereits zu Beginn einer Meßfeier wird den Gläubigen im Schuldbekenntnis gesagt, dass sie Sünder sind. Diese Schuld zieht sich wie ein roter Faden durch die Liturgie bis hin zu den Lesungen, dem Evangelium oder auch den Liedern.

Noch einmal wird der Gottesdienstbesucher kurz vor der Kommunionspende darauf verwiesen, dass er eigentlich unwürdig ist, Jesus in der Gestalt der Hostie zu empfangen. Allerdings werde ihm auch gesagt, dass Jesus die Schuld von ihm nehmen kann. Im Kyrie zu  Beginn des Gottesdienstes wird bereits deutlich, dass Gott barmherzig sein soll. Diese Barmherzigkeit Gottes werde immer wieder in der Bibel erzählt. "Es ist eine Eigenschaft Gottes," machte Regina Werner deutlich. Im Neuen Testament spreche selbst Jesus von seinem "vergebungsbereiten Vater." Das meine eine irdisch unverdiente aber himmlische Zuwendung Gottes zu den Menschen.

Nicht nur Jesus, sondern auch die Menschen sollten dem Beispiel folgen und ebenfalls barmherzig sein. Ilka Seichter nannte dazu die sieben Werke der Barmherzigkeit. Oftmals müsse man dies in die heutige Zeit "übersetzen", wenn es heißt "Nackte bekleiden". Das könne auch bedeuten, jemanden in der Öffentlichkeit nicht bloß zu stellen. Kranke besuchen könne auch als "für jemanden beten, der gerade im Rettungswagen in eine Klinik gefahren wird," gedeutet werden, Man könne jemanden Zurechtweisen aber ohne darüber zu urteilen. Gerade heute sei das Wort Jesu "Fremde aufnehmen" durch die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten aktuell. Toleranz gelte es zu üben und zum Beispiel auch "die Lästigen geduldig ertragen." Die Teilnehmer des Abends hatten viele Ideen, manchmal sogar aus dem eigenen Leben.

So ging es letztendlich auch um das Gebet vor der Kommunion, wo es heißt: Herr ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, dann wird meine Seele gesund." Nicht würdig sein, beinhalte die Bitte um die Würde, sagte Regina Werner, meinte aber auch, dass es ein Satz zum Nachdenken sein könnte. Warum aber immer wieder dieses Schuldbekenntnis? fragten Teilnehmer des Abends. Regina Werner sagte dazu, dass dies auf den sündigen Menschen verweist, der klein und schäbig vor Gott ist. "Jesus will die Menschen retten". Man müsse, so hieß es in der Runde, diesen Satz ja nicht im Ganzen sprechen könne manches auslassen." Ilka Seichter: Wichtig ist es, etwas davon ins Herz zu übernehmen." Die Messfeier sei letztendlich als Einladung Jesu zu verstehen der den Menschen sagt: Ich will Euch etwas schenken, ihr seid willkommen.

Autor: Hanns Friedrich

Bildungshaus St. Michael 

Wallstraße 49
97361 Bad Königshofen

Telefon: +49 9761/9106-11
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