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Zu unserem Bedauern stellen wir zum Jahresende den Betrieb ein.

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Das Projekt Mehrgenerationenhaus wird voraussichtlich unter neuer Trägerschaft und an einem anderen Ort fortgeführt.

Nachrichten

Verkehrserziehung und Schwimmen Schwachstellen an Schulen

Fortbildung für bayerische Lehrkräfte – Vielleicht hat der eine oder andere am Dienstag beobachtet, wie Kinder mit ihrem Fahrrad einzeln über die Kreuzung an der Biogasanlage in Bad Königshofen geführt wurden. Wäre es nicht einfacher und sinnvoller gewesen, in der Kolonne mit 21 Kindern und den Lehrkräften über die stark befahrene Bundesstraße 279 zu fahren, oder das Rad zu schieben? "Wir haben uns für diese Überquerung entschieden," sagt André Dippacher vom Ausbildungsteam, Lehrer an der Mittelschule in Bad Brückenaus. "So ist die maximale Sicherheit für jedes Kind gegeben."

" Bei einer Überquerung in der Kolonne hätte man die Strasse kurzfristig sperren müssen, "aber das wollten wir nicht." So ging eine Lehrkraft mit dem Kind zur Straßen, überzeugte sich, dass kein Auto kam und schickte es dann los. Auf der Gegenseite wartete eine Lehrerin und nahm die Schülerin oder den Schüler in Empfang.Natürlich dauerte es eine Zeit, bis alle 21 Kinder über die Straße geleitet waren, aber die Lehrkräfte sahen so den sichersten Weg. Immerhin fuhren Autos, Lkws und Kleintransporter sowohl auf der B 279, als auch Fahrzeuge aus dem Stadtbereich an der Kreuzung ein- oder ausbogen. Der Nachmittag sah die Kinder am Sportgelände in Althausen, wo es einen Radbiathlon gab, bevor es wieder zurück nach Bad Königshofen ging.  Ziel des Lehrgangs ist es Lehrkräfte an das Fahren mit Schülergruppen heranzuführen, betont Oberstudienrätin Anne Rauch, Lehrgangsleiterin. Sie verweist darauf, dass gerade mit Ganztags-Klassen durch gemeinsame Ausfahrten mit dem Rad die Fahrfähigkeiten intensiver trainiert werden, um das Unfallrisiko der Schülerinnen und Schüler zu reduzieren. Das sei ein wichtiger Teil des Lehrgangs, der von der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen, als Fortbildungsseminar angeboten wurde Zum Programm erläutert Bruno Waldsachs von der Grabfeld-Mittelschule Bad Königshofen, dass Themen wie "Fahrradchek an Schülerrädern", "Schalten und Bremsen" und ein Vortrag "Radfahren in der Schule" anstanden .

Am Dienstagvormittag ging es um Übungen mit Kindern der Grabfeld-Mittelschule Bad Königshofen auf dem Sportplatz des Mehrgenerationenhaus St. Michael in Bad Königshofen an. Der sogenannte "Schonraum", wie André Dippacher sagte. Schonraum deshalb, da der Platz abgetrennt vom Verkehrsalltag ist. Vor allem das Beherrschen des Fahrrads war hier gefragt, erklärt Bruno Waldsachs. Zum Beispiel beim Fahren über Paletten oder in einem Parcour. Da musste eine Kette von einem Punkt zum anderen gebracht werden, ohne sie zu verlieren und vom Rad zu steigen. Auf einer Bierbank waren Holzklötze gestapelt. die auf der gegenüber liegenden Bank aufgestellt wurden. Um Vertrauen und den Gleichgewichtssinn ging es bei einem Parcour, bei dem der Radler eine Augenbinde trug. "Nach links... jetzt rechts... gerade aus... links... Vorsicht eine Stange..." riefen die Kinder dem Mitschüler zu. Gar nicht so einfach blind, das Gleichgewicht zu halten und mit dem Rad in der Spur zu bleiben. Vertrauen auf die Mitschüler war gefragt, denn die sagten ja, wo gefahren werden sollte und ob Hindernisse im Parcour waren. Es ging letztendlich darum, dass die Kinder es verinnerlichen, dass es im Verkehr "Spielregeln" gibt, an die sich Verkehrsteilnehmer, auch Radfahrer, zu halten haben, erklären Anne Rauch und André Dippacher.

Sie betonen im Gespräch mit dieser Zeitung, dass solche Fortbildungen sowohl für Lehrer als auch für die Schülerinnen und Schüler wichtig sind. Bislang war man in Südbayern. "Nun sind wir erstmals nach Nordbayern gekommen, damit die Kolleginnen und Kollegen aus diesem Rauch nicht immer so weit fahren müssen," lacht Anne Rauch. Sie verweist auf den Lehrplaninhalt. Dort sind auch solche Schulungen für Schülerinnen und Schüler vorgesehen und zwar mit Verkehrsexperten. "Es ist der sogenannte Fahrradführerschein", wie man ihn aus den früheren Jahren noch kennt. Damals waren es vor allem die Verkehrswachten, die sich hier engagierten. Für Anne Rauch, Bruno Waldsachs und André Dippacher sind solche Lehrinhalte für die Schülerinnen und Schüler sehr wichtig, genau so wie der Schwimmunterricht. Beides wird allerdings aktuell an den Schulen etwas vernachlässigt. Die Lehrgangsleiterin erwähnt in diesem Zusammenhang vier Tote bei Schulwegunfällen bayernweit. "Das darf nicht sein!"  Informationen über das richtige Verhalten im Straßenverkehr sind wichtig, gerade auch an weiterführenden Schulen. Hier sieht Anne Rauch noch Schwachstellen, die beseitigt werden sollten.

Am Mittwoch waren die Lehrgangsteilnehmer im Radsportzentrums  Schullandheim Rappershausen.  Dieses ist inzwischen zum bundesweit bekannten und einzigartigen Radsportzentrum geworden. Zur Anlage gehören eine Radwerkstatt, eine Sporthalle, ein Sportplatz, ein Hartplatz, eine Minigolfanlage und ein Zeltplatz. Seit 2015 gibt es  Mountainbike-Rennen, für die eigene Rennstrecken angelegt wurden. Die Gäste erfuhren, dass dafür  der Bad Brückenauer Realschulrektor Michael Kreil verantwortlich ist. Der Mountainbike-Fahrer und -Jugendtrainer schaffte es, drei Rennen auf bayerischer und bundesdeutscher Ebene nach Rappershausen zu holen. Derartige Einrichtungen sind bundesweit bislang einmalig, vor allem weil ihr auch die entsprechende Anzahl und Vielfalt der verschiedenen Räder vorgehalten werden. An der Fortbildungsveranstaltung in Bad Königshofen nahmen 17 Teilnehmer, inklusiv vier Referenten, teil. Sie kamen aus fast jedem Regierungsbezirk, vorwiegende aus dem Nordbayerischen Raum.

Autor: Hanns Friedrich

Bildungshaus St. Michael 

Wallstraße 49
97361 Bad Königshofen

Telefon: +49 9761/9106-11
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